Sonntag, 13. September 2015

Auf den Spuren der Humpis - Tag 0

Tag 0, Stunde 0: Jetzt geht es los. Endlich. Ich sitze im Zug von Tübingen nach Ravensburg. Mit meinem Rucksack - 15 Kilo geballtes Abenteuer. 2 Stunden Zeit, um die letzten Tage Revue passieren zu lassen und Kraft zu sammeln für die nächsten drei Wochen. Ein riesiges Abenteuer. Bei dem noch so vieles offen ist. Wie kommen wir von A nach B? Wo werden wir schlafen? All das wird sich zeigen, mit der Zeit. Aber jetzt erstmal nach Ravensburg, zum Startpunkt unserer Reise. In Aulendorf kommt Friederike dazu, wir werden die nächsten drei Wochen zusammen verbringen. Auch das wird spannend. Gemeinsam auf den Spuren der Humpis und der Großen Ravensburger Handelsgesellschaft. Nach so vielen Wochen Planen, Hoffen, Bangen. Haben wir an alles gedacht? Haben wir alles gut überdacht? Auf was haben wir uns da eingelassen? Viel Freude, aber auch ein bisschen Zweifel. Was sollen wir uns ansehen an unseren Stationen? Was wollen wir, können wir zeigen? Was können wir überhaupt leisten auf unserer Reise? Eine historische Aufarbeitung? Einen Roadtrip? Wie viele Spuren werden wir wirklich finden? Abseits der Altstadt-Postkarten-Motive. Enge Gassen, Touristen-Kitsch. Oder ist es genau das, was wir zeigen sollten? Das, was letztlich geblieben ist, erhalten seit 500 Jahren. Auf den Spuren der Humpis. Ein funktionierendes Handelsnetz zwischen Nord- und Südeuropa. Was haben die Kaufleute damals gesehen? Eben diese Gebäude, die wir auch heute noch in manchen mittelalterlichen Altstädten bewundern können. Kathedralen, Plätze, Brücken, Herrenhäuser. Wir werden sehen, was uns auf unserer Reise alles begegnen wird und mit welchen Widrigkeiten wir zu kämpfen haben werden. Ein Abenteuer wird es in jedem Fall. Von Ravensburg nach Barcelona - na dann mal los... Anne

Auf den Spuren der Humpis - von Ravensburg nach Barcelona


Die Fugger aus Augsburg, die kennt man. Aber die Große Ravensburger Handelsgesellschaft? Die kennen nur die Wenigsten. Dabei war die Gesellschaft eines der bedeutendsten europäischen Handelsunternehmen des Spätmittelalters. Zwischen 1380 und 1530 exportierte sie Leinwand, Metalle, Felle und Leder ins gesamte mittelalterliche Europa. Mit Standorten in Italien, Spanien, Frankreich, der Schweiz, den Niederlanden oder England. Importiert wurden vor allem Gewürze, südländische Früchte und Edelsteine. Koralle und Safran lockten die Kaufleute Humpis, Muntprat und Mötteli der Großen Ravensburger Handelsgesellschaft in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts nach Barcelona. Das dokumentiert auch die Ausstellung “Die Humpis in Barcelona” im Museum Humpis­Quartier in Ravensburg. Der Weg nach Barcelona war lang und beschwerlich. Für die Reise brauchten die Kaufleute im späten Mittelalter zwischen 30 und 40 Tagen. Welche Orte lagen entlang der Handelsstraßen? Wo konnte man übernachten? Welche Zölle waren zu bezahlen? Welche Transporteure zuverlässig? Derlei Informationen waren wertvoll für die Gesellschaft. Heutzutage setzen wir uns ins Flugzeug und sind innerhalb kürzester Zeit an Orten auf der ganzen Welt. Ohne Komplikationen. Anne Täschner und Friederike Luithle, zwei Studentinnen der Medienwissenschaft an der Uni Tübingen, machen sich auf den Weg von Ravensburg nach Barcelona, auf den Spuren der Großen Ravensburger Handelsgesellschaft. Zu Fuß, mit dem Auto, mit Bus oder Bahn.Sie begeben sich auf Spurensuche von Ravensburg über Konstanz, Bern, Genf, Lyon, Avignon und Perpignan bis nach Barcelona. Was haben die Kaufleute auf ihrer Reise erlebt? Wie wurde damals Handel betrieben, wie heute? Wo haben die Handelsleute damals übernachtet, wie können wir heute reisen?

Sonntag, 7. Juni 2015



Auf einen Kurztrip zur Vernissage nach Ravensburg




Autorin: Lisa Schwarz 

Ein Semester lang haben uns die Humpis begleitet. Wir haben Texte über sie geschrieben, Hörspiele eingesprochen, die letzten noch lebenden Humpis besucht und sind ihren Spuren bis nach Barcelona gefolgt. In unserem Lehrforschungsprojekt haben wir über dem Ausstellungsdisplay gebrütet, mögliche Flyer und Plakate entworfen und unsere Foto- und Videogruppen kamen mit reichlich Material aus Hamburg, Oberschwaben und Barcelona zurück. Was aber dann mit unseren Materialien und Ideen passieren würde, das erfuhren wir erst am Tag der Ausstellungseröffnung im Stadtmuseum Ravensburg. Umso gespannter waren wir auf die Vernissage.
Schick gekleidet und natürlich stilvoll mit unseren #humpis-Taschen behängt ging es also für uns mit dem Bus von Tübingen über die Schwäbische Alb nach Ravensburg. Eröffnet wurde die Ausstellung, wie es sich gehört durch einige kurze Reden, unter anderem der Kuratorin Maike Knittel, Museumsleiter Andreas Schmauder und des Leiters unseres Lehrforschungsprojekts, Kurt Schneider.

Nach dem offiziellen Teil durften wir dann endlich unsere Neugier befriedigen und uns die fertige Ausstellung anschauen: Vom Innenhof, der wie wir uns vorgestellt hatten, mit einer Landkarte ausgelegt ist, über den Raum des Königreichs Aragon, den Barcelona-Raum mit Fotos und Videos unseres Barcelona-Teams, bis hin zum letzten Raum unter anderem mit den Fotos der Humpis-Schlösser in Oberschwaben. Dort konnten wir dann auch schwarz auf weiß unser Mitwirken auf der Liste des Ausstellungsteams nachlesen!  





Auch wenn unsere Reise von Tübingen nach Ravensburg wahrscheinlich deutlich komfortabler war als die der Humpis nach Barcelona, fielen wir doch recht ausgehungert über die gereichten Tapas und den Wein her. Schließlich mussten wir fit sein für unser anstehendes Interview, das die unvergleichliche Barbara in einer beeindruckenden Plansequenz durch die komplette Ausstellungsfläche mit allen beteiligten Gruppen führte. 

Die geschnittene Version des Beitrags findet ihr hier: 


 
Wäre es nach uns gegangen, wäre der Abend in Ravensburg noch sehr viel länger gegangen. Leider nur mussten wir viel zu früh aufbrechen, da wir mit dem Bus wieder pünktlich in Tübingen sein mussten. Gegangen sind wir aber natürlich nicht, ohne Herrn Schmauder das Versprechen zu geben, wiederzukommen, um uns die Ausstellung nochmal genau anzuschauen und unser tolles Projekt gebührend und ohne Zeitdruck zu feiern!









 

Montag, 4. Mai 2015

Die Mewis hinter den #humpis


Mewi, das steht für "Medienwissenschaft". Daher sind wir "die Mewis" - die Studierenden der Medienwissenschaft, Experten des digitalen Zeitalters. Dass wir unsere Köpfe allerdings nicht nur vor Flachbildschirme und Spiegelreflexkameras stecken, sondern unser Studiengebiet durchaus mehrere Epochen umspannen kann, das führt das Ausstellungsprojekt Die Humpis in Barcelona vor Augen (und Ohren). Wir haben aus den Humpis einen Hashtag gemacht - und die Humpis aus uns Mittelalterfans. Das sind wir:
 
Kurt Schneider, geschäftsführender Leiter des Zentrums für Medienkompetenz (ZFM) an der Universität Tübingen, Barbara Zoé Kiolbassa, Tutorin, und Andreas Schmauder, Direktor des Museums Humpis-Quartier in Ravensburg

Bereich: Kursleitung und Projektkoordination



Theresa Offenbeck, Oliver Lichtwald, Constanze Ramsperger
Bereich: Ausstellungsdisplay / Besucherführung

Mission: Die einzelnen Ausstellungselemente zu einem stimmigen Bild vereinen, das eine Geschichte erzählt



Jenny Plotka, Juliane Kessler, Nathalie Steinmann, Laura Matz, Saskia Dekker
Bereich: Textredaktion

Mission: Die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Kuratorin Meike Knittel in knackige Ausstellungstexte verwandeln, die Jung und Alt, Laien und Experten ansprechen



Nadine Adel, Sabine Fischer, Verena Lingel, Svenja Müller (nicht im Bild)
Bereich: Social Media

Mission: Die Humpis digital machen und das Museum Humpis Quartier viral vernetzen


Isabelle Krumrein, Lisa Schwarz
Bereich: Grafik / CI

Mission: Der Geschichte der Ausstellung die "CI", die "Corporate Identity", verpassen und so die Ausstellungstexte, Flyer und Plakate unverwechselbar machen



Christiane Rauscher, Christoph Jäckle, Helena Golz, Karolina Stecko
Bereich: Foto/Licht

Mission: Einerseits die Lichtdramaturgie der Ausstellung gestalten, andererseits die Schauplätze des katalanisch-süddeutschen Kapitels der Humpisgeschichte fotografisch nach Ravensburg holen



Anne-Mareike Täschner, Friederike Luithle
Bereich: Audiodesign

Mission: Die Geschichte der Humpis in Barcelona durch Hörbücher und Tonkollagen hörbar werden lassen



Albert Schilling, Julian Boxricker, Stefan Sommer, Matthias Röck, Nina Stocklöw, Linrui Dai (nicht im Bild)
Bereich: Film/Video

Mission: Den Besucher durch audiovisuelle Abenteuer nach Barcelona und in die süddeutschen Schlösser der Humpis katapultieren.

Das sind wir - wir freuen uns auf euch!

Dienstag, 28. April 2015

Die Humpis in Barcelona #3

Nun ist es endlich soweit: Am 8. Mai eröffnet das Museum Humpis-Quartier die von uns mit konzipierte Sonderausstellung "Die Humpis in Barcelona – Rote Koralle für ganz Europa". Doch vorher werfen wir mit dem dritten und letzten Teil unseres Making Ofs noch einmal einen Blick zurück auf unseren Trip nach Barcelona:


Montag, 13. April 2015

Auf den Straßen Barcelonas - Eine Umfrage

Wer sind die Humpis? - Im Spätmittelalter sicher keine schwere Frage für die Bewohner Barcelonas. Heute ist sie jedoch nicht mehr so leicht zu beantworten....


Montag, 23. März 2015

Auf der Suche nach der roten Koralle

Friederike hat sich in Barcelona auf die Suche nach der roten Koralle gemacht. Ob sie fündig geworden ist, seht ihr hier: